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Dreister Diebstahl

Eben erreichte uns dieser Hilferuf:

Diebstahl

Marcello – „ACAB“
(Soundniveau)

Das Rap-Biz ist ein hart umkämpftes Geschäft. Heutzutage gilt: Wer nicht mit irrsinnigen PR-Aktionen auf sich aufmerksam macht, kann die Verkaufszahlen für sein Album gleich nach unten korrigieren. Daher ist es wichtig, sich langfristig in den Köpfen der potenziellen Hörerschaft festzusetzen. Wie das aussehen kann, wenn ausnahmsweise nicht das Major-Label die PR-Strippen zieht, zeigte der Berliner Marcello. Anstatt sich damit zu begnügen, sein Album „ACAB“ (Always carry a bible) auf allen gängigen Internetplattformen als Download anzubieten, versuchte Marcello, sich durch aberwitzige Promo-Aktionen zu positionieren. Das fing bei einem überdimensional großen „Rap City Berlin“-Tattoo auf dem Rücken an und gipfelte in einer Selbstversteigerung, um „ACAB“ letzten Endes auch auf Vinyl pressen zu können. Über www.ebums.de, einem Internetauktionshaus für alle zwischenmenschlichen Bedürfnisse, sollte die weibliche Kundschaft dem Berliner Rapper die Euros bereitstellen, die das Vinyl-Release von „ACAB“ verhinderten.

Doch muss das neue Album der selbst ernannten „ersten deutschen Rap-Hure“ zwangsläufig auch als Vinyl erscheinen? Mal ganz abgesehen davon, dass auf Ebums.de kein einziges Angebot für den „seriösen, in der HipHop- und Produzenten-Szene bekannten Musiker aus der Landeshauptstadt“ abgegeben wurde. Ist das Album so unfassbar gut oder ist es nicht einmal den CD-Rohling wert, der momentan über HHV als handsignierte Limited Edition mit einer Auflage von 500 Stück verkauft wird?

Dass sich Marcello produktionstechnisch in der Tradition von DJ Shadow oder RJD2 steht, wird dem Ersthörer ziemlich schnell klar. Verschiedene Samples aus verschiedenen Musikrichtungen kombiniert der Berliner ziemlich gekonnt miteinander. Immer an der Grenze zwischen melodisch und melancholisch wird hier und da bewusst ein Sprachsample eingesetzt. Das geht sehr lange gut, bis „Always a fool for my darling“ erste Schwächen offenbart. Unrund – nur eines der Wörter, die mir zu dem Arrangement spontan einfallen. Weitere Minuspunkte lassen nicht lange auf sich warten. So wird ausgerechnet der erste Raptrack „So lonely“ – gerade durch den Rap – zu einem weiteren Ausfall. Damion Davis zeigt wenig später auf „Beton“ immerhin, wie man es raptechnisch besser machen kann.

Doch damit nicht genug mit der Meckerei. Anstatt sich mit relativ gut gestrickten Sample-Arrangements zu begnügen, sorgen Marcellos Experimente á la „Drum’n’ Bass-Pop“ für weitere Tiefpunkte auf dem sonst durchaus hörenswerten Album. Zum „Geduldspiel“ wird anschließend hauptsächlich die Hook des gleichnamigen Tracks, zu oft hat man das Sample schon gehört. Mit „Da wo ich wohne“ bügelt Marcello anschließend wenigstens seinen Holperflow aus „So lonely“ aus, doch spätestens mit „Neuanfang“ wird mir klar, dass Marcello und ich keine Flow-Freunde mehr werden. Dabei hat der Produzent durchaus etwas zu sagen. Verschachtelte Inhalte sind mir allemal lieber als plumper, 1000-fach gehörter BlaBla-Rap. Nur die Art des Vortrags ist nicht mein Ding.

Was bleibt also von „ACAB“? Seine Stärken hat Marcello ganz klar im Arrangieren der Samples. Auch wenn Ausnahmen wie „Always a fool for my darling“ das Gesamtbild etwas trüben, so kann man doch sagen, das „ACAB“ eine weitgehend gute bis sehr gute Instrumental-Unterhaltung bietet. Die Raptracks überzeugen mich hingegen weniger – und das liegt nicht am Inhalt, sondern allein an der Art des Rappens. Dazu sind 25 Tracks zwar gut gemeint, es hätten aber auch zehn bis 15 Nummern genügt. Nicht immer ist Masse auch gleich Klasse. Und nicht immer sollte man dem aktuellen Trend folgen, möglichst viel auf ein Album zu packen. Sicherlich will die breite Masse mehr fürs Geld, allerdings werden meiner Meinung nach vor allem Alben gekauft, auf denen wirklich alles bis ins letzte Detail stimmt. Und genau das kann man Marcello bei „ACAB“ ankreiden – es stimmt eben doch nicht alles.

Marcello @ MySpace: www.myspace.com/marcellofunkviertel

RZA as Bobby Digital – „Digi Snacks“
(Bodogmusic / Soulfood Music)

Sieben Jahre ist es her, dass RZAs Alter Ego Bobby seine „Digital Bullet“ abfeuern durfte. In der Zwischenzeit stellte RZA sein Können als Produzent diverser Film-Soundtracks unter Beweis. Doch der Höhenflug des „Mad Scientist“ geriet in erste Turbulenzen, als ihm Wu-Tang-Kollegen HipHop-Hippietum in Form von Backpacken vorwarfen. Nun liegt es an Bobby Digital, für RZA die Kohlen mit „Digi Snacks“ aus dem Feuer zu holen.

Tatsächlich hat man zunächst den Eindruck, dass Robert Diggs ein überwältigendes Album abgeliefert hat. Dem stimmigen Intro folgen erste Perlen wie „Long time coming“ und „You can’t stop me now“ – wobei letztere wegen seines unnötigen, zwei Minuten langen Vorabskits und des angestaubten Samples von The Whatnauts „Message from a black man“ Abzüge in der B-Note erhält. Aber was dann bei „Straight out the block“ aus den Boxen dröhnt, torpediert jeden insgeheim gehegten Vergleich mit alten Wu-Alben. David Banner, seines Zeichens Überproduzent aus den Staaten, musste wohl unbedingt auf RZAs Werk verewigt werden. Doch seine Mittäterschaft führt zur ersten Zerreißprobe des kleinen, aber feinen roten Albumfadens.

Dieser wird zumindest musikalisch mit „Bobby Trap“ wieder aufgenommen, allerdings durch Dexter Wiggles’ dilettantische Hook – „Stop, it’s a booby trap. Wouldn’t you rather have a Digi or a Scooby Snack? Digi Snack, yeah, while we living in a booby trap“ – erneut abgeschnitten. Erste Nervenstränge reagieren gereizt. „Try Ya Ya“ kann die Stimmung glücklicherweise wieder etwas anheben, obwohl Bobbys Flow wirklich alles andere als gelungen ist. Auch hier wirkt die Hook seltsam einschläfernd und deplaziert. Das folgende „Don’t be afraid“ glättet die Wogen kurzfristig – wenn man über kein Langzeitgedächtnis verfügt.

Dafür definiert „Good night“ neu, was Nervensägen-Gesang ist. Da können selbst die beiden Gastrapper The Reverend William Burk und Crisis nicht mehr darüber hinwegtäuschen. „No regrets“ verschlimmert mit unkonventionellem RZA-Nerv-Rap die Situation zusehends. „Money don’t own me“ wirkt da fast wie Balsam für die geschundene Seele. Bei „Creep“ haben dann wohl Kinderreime Pate für den extrem den Gehörgang belastenden Refrain gestanden. Raptechnisch gut – doch dank des wiederkehrenden Nerv-Faktors stehen einem wirklich die Haare zu Berge. Dass es auch anders gehen kann, zeigt „Drama“ – der obligatorische Damengesang pegelt sich kurz vor der Schmerzgrenze gerade noch so ein. Das fast schon geniale „Up again“ haucht dann wegen „Put you guns down“ gleich wieder seinen Atem aus. Und das liegt – wie nicht anders zu erwarten – an der schief gesungenen, äußerst bedrückenden Hook, die RZA sogar bewusst gewählt haben mag, die allerdings überhaupt nicht klar geht. Weiter geht es mit „Love is Digi“, das durch Eintönigkeit begeistert, hin zu „O day“, das bis zu Minute 2:22 grundsolide daher kommt, dann allerdings in ferne, unbekannte und hoffentlich nie wiederkehrende Sphären abdriftet.

Der Pressetext sagt: „This is definitely a weed smokers album“ – ich frage mich derweil, welche Substanzen Herr Diggs noch so konsumiert, wenn er an einem Album arbeitet. Dass das letzten Endes noch ein „Glorious day“ werden kann, glaubt auch nur RZA selbst, denn „Insomnia“ kann zwar gefallen, begeistert zum Abschluss dann aber nicht mehr wirklich. „Digi Snacks“ ist ein sehr durchwachsenes Album. Zu oft stören nervtötende Hooks. Ganze Tracks werden so zu Totalausfällen und machen die Foreward-Taste zum besten Freund. Dabei sind einige Snacks durchaus gelungen. Doch leider genügen diese wenigen Geschmacksverstärker nicht, um das Gesamt-Menü zu retten. Daher nur für RZA Fans zu empfehlen.

RZA @ MySpace: www.myspace.com/rza

Living Legends – „The Gathering“
(Legendary Music / RTD)

Mit ihrer EP „The Gathering“ melden sich die Living Legends für das laufende Geschäftsjahr zurück. Die Crew, die nach ihrem jüngsten Longplayer „Classic“ hauptsächlich durch Trennungsgerüchte und zahlreiche Solo-Alben auf sich aufmerksam gemacht hat, versüßt uns den Sommer mit sieben ausgezeichneten Songs. Schon der Titeltrack lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass die „eight of the dopest grown men with microphones you ever heard of in your life“ wieder zurück sind, um mit intelligenten Reimen und wasserfallartigen Flows die Rapkrone zurück nach Kalifornien zu tragen.

Zum ersten Mal seit langer Zeit sind wirklich alle Legends auf einem Track vertreten und brennen demzufolge ein Reim-Feuerwerk erster Güteklasse ab. Dass die gebündelte kreative Energie dann auch zum Hörer überschwappt, ist nur logische Konsequenz. Umso erfreulicher, dass wirklich jeder Song der EP mit dieser Bestbesetzung aufwarten kann.

Nachdem „She wants me“ äußerst humorvoll mit Ex-Freundinnen aufräumt, schlagen die Legends bei „Pants on fire“ und „War & Peace“ nachdenkliche, gesellschaftskritische Töne an. Die US-Regierung wird unter anderem als Lügenfabrik enttarnt, religiöse Fanatiker an den Pranger gestellt oder George W. Bush als unfähiger Politiker porträtiert. Sicher: Im Westen nichts Neues – aber die Legends bewegen sich textlich auf einem Spitzenlevel, bei dem Zuhören nicht ermüdet, sondern im Gegenteil zum Mitdenken anregt.

Das leichtere „Luva changer“ trägt anschließend gekonnt dazu bei, sich nicht tiefer in Verschwörungstheorien zu verstricken, sondern vielmehr die EP weiter zu genießen. Denn nach dem etwas unrunden Filler „Samba“ wartet auch schon das geniale Finale von „The Gathering“ in Form von „After hours“, das einfach nur gute Stimmung verbreitet.

Da sich „The Gathering“ rap- und produktionstechnisch auf Top-Niveau bewegt, kann man abschließend nur jedem Rap-Liebhaber ans Herz legen, sich diese Scheibe zu gönnen. Denn bis der nächste Leckerbissen dieser Ausnahmecrew in den Läden steht, kann es noch eine Weile dauern.

Living Legends @ MySpace: http://www.myspace.com/livinglegends

LSD – „Watch Out For The Third Rail“ (The Dope Beat Edition)

(Melting Pot Music)

„Das größte Sample-Ratequiz der deutschen Musikgeschichte“ (Zitat: Scope) geht in die nächste Runde. 17 Jahre hat „Watch Out For The Third Rail“ von LSD nun auf dem Buckel und noch immer ist die Faszination dieses Hip-Hop Meilensteins ungebrochen.

Woran das liegt ist einfach zu erklären. Den vier LSD Mitgliedern Rick Ski, Future Rock, Defcon und Ko Lute ist es anno 1991 gelungen in mühevoller Kleinarbeit über zwei Jahre hinweg ein Album zu erschaffen, dessen musikalische Komplexität bis heute in keiner Weise eingeholt werden konnte.

„Der Plan war, noch mehr Samples zu benutzen als die Public Enemy-Platten und noch mehr Krach zu machen“, erinnert sich Future Rock. Diese Ziel wurde zweifellos erreicht. Der genaue Sampleumfang des Albums kann bis zum heutigen Tage leider nur grob geschätzt werden. Selbst LSD kennen die genauen Zahlen nicht, da man schon während der Produktionszeit die Samplequellen untereinander wie kleine Schätze geheim gehalten hatte. Einige Kenner sprechen allerdings von über 1000 Samples, die „Watch Out For The Third Rail“ beherbergen soll. DJ Shadows „Entroducing“ könnte damit also getrost die Koffer packen und sich von der Guinness-Buch Liste als Album mit den meisten Samples verabschieden. Doch das ist alles nur Nebensache.

Viel wichtiger ist, dass nach über 17 Jahren endlich eine Deluxe Re-Issue (2xCD/2xLP) des wegweisenden Klassikers von 1991 in den Regalen steht, die inklusive Instrumental Versionen, historischen Fotos und Linernotes dem Stellenwert dieses Alltime Classics gerecht wird. Allen Hip-Hop Generationen sei daher geraten, LSDs „Watch Out For The Third Rail“ den Respekt zu erweisen, den es verdient hat. Denn, um es mit den Worten von DJ Stylewarz zu sagen, „Wer LSD nicht kennt soll’s Maul halten!“

Atom One – „Masterpiece – Tales From The Cans“

(Superdope/Rough Trade)

Peter Parker ist Spiderman, Klark Kent ist Superman und der Lange ist und bleibt einfach Atom One, das Monster of Art. Mit „Masterpiece – Tales From The Cans“ halten wir nunmehr das dritte Solo Album des Too-Strong Altmeisters in unseren Händen, das uns tiefe Einblicke in das Seelenleben eines Writers verspricht.

Auf insgesamt 19 Songs zeichnet Atom One das facettenreiche Bild eines Mannes, der zwischen der zerstörerisch-schöpferischen Welt eines Writers und der pflichtbewussten Welt eines Vaters gefangen ist und manchmal von Selbstzweifeln zerfressen wirkt. Dabei sind die „Tales From The Cans“ keine erfundenen Geschichten sondern persönlicher Seelenstriptease des Hauptprotagonisten Atom One. Beinahe jeder Song strotzt vor Lebenserfahrung ohne dabei abgehoben zu klingen. Der vielzitierte erhobene Zeigefinger bleibt aus.

Ehrlichkeit, das ist es, was den Hörer auf „Masterpiece“ erwartet und diese Ehrlichkeit ist es auch, die dieses Album von geschätzten 90% aller anderen Deutschrapalben unterscheidet. Atom One muss niemanden mehr etwas beweisen, er kann sein wie er ist, auch wenn das oftmals bedeutet seinen weichen Kern offen zu legen. Damit punktet Atom One bei mir. Ich kann die Hin- und Hergerissenheit eines Writers zwischen Total Bombing und verantwortungsbewusstem Handeln fühlen. Zu den Highlights des Albums zählen für mich daher Songs wie „Schutzengel“, „Mein Sohn“ feat. Brenna, „Endzeitfarben“ feat. Pure Doze und „Live By The Cans“ feat. Skor82, dessen Strophe mich einfach total begeistert und eine Gänsehautstimmung a la „The Real Deal“ erzeugt.

Dem Pressetext nach eröffnet „Masterpiece“ den Reigen neuer Too Strong Veröffentlichungen. Ich sage nur: „Keep On – Too Strong!”

Das brandneue Video von Atmosphere zum demnächst erscheinenden Album „When Life Gives You Lemons, You Paint That Shit Gold“. Unbedingt sehenswert!

Coming Up…

Hallo da draußen,

eigentlich möchte ich Euch nur sagen, dass Fenster zum Hof noch lebt!

Leider habe ich momentan nicht all zu viel Zeit den Blog ständig up-to-date zu halten. Ich bitte dies zu entschuldigen und gelobe Besserung!

Um Euch schon jetzt einen Ausblick auf das was da so kommt zu geben sei nur gesagt, dass sich seit einigen Tagen Atom Ones „Masterpiece“ Snippet hier her verirrt hat und auf eine Bewertung wartet. Außerdem werden wir Euch in Zusammenarbeit mit allesreal.de ein ausführliches Interview mit Atom One aka Der Lange präsentieren.

Also stay tuned!

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Awol One & Factor – „Only death can kill you“
(Cornerstone Records / Cargo)

Der Bay-Area-Künstler Awol One hat sich in der Vergangenheit mit Tracks wie „Rhythm“ einen Namen bei HipHop-Kennern weltweit gemacht. Bei „Only death can kill you“ handelt es sich nunmehr um Awolrus’ zehntes Studioalbum, auf dem der multitalentierte Rapper musikalisch von keinem Geringerem als Produzent Factor unterstützt wird. Nun mögen diese beiden Namen bei manchen Lesern mehr Fragen aufwerfen als beantworten, andere hingegen werden wissen, dass hier definitiv mit HipHop vom Feinsten gerechnet werden muss.

Gekleidet in ein für HipHop-Verhältnisse eher untypisches Artwork entfaltet sich die Energie des Albums geschickt über eine Gesamtspielzeit von rund 32 Minuten. Auf den ersten Blick scheint es etwas kurz geraten, aber dann stellt man schnell fest, dass hier zweifellos ein Album mit Mehrwert vorliegt.

Awol Ones Flow geht angenehm ins Ohr und wird durch Factors Beats perfekt in Szene gesetzt. Generell ist „Only death can kill you“ sehr entspannt. Nervende Club-Tracks sucht man vergeblich. Dafür versetzen die insgesamt zehn Tracks den Hörer unmittelbar in eine ganz eigene Welt, in der man wie gefesselt an den Lippen des Geschichtenerzählers Awol One hängt. Wie derzeit kein zweites Album vermag mich „Only death can kill you“ daher von Song zu Song aufs Neue zu fesseln. Die Sampleauswahl Factors ist mit nur einem Wort zu beschreiben – genial!

Die Symbiose von Rapper Awol One gepaart mit den so noch nie vernommenen Factor-Beats hat ein Album geschaffen, wie es nur alle paar Jahre vereinzelt zu finden ist. Das Fazit kann also nur sein: Wer ein innovatives Konzeptalbum mit hohem musikalischem Unterhaltungswert zu schätzen weiß, der sollte bei „Only death can kill you“ unbedingt zuschlagen.

Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de

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Luckyiam -“Most likely to succeed“
(Legendary / Cargo Records)

Luckyiam, den die meisten noch von Mystic Journeyman oder den Living Legends kennen, liefert mit „Most likely to succeed“ sein drittes Soloalbum ab. Wie der Titel schon verrät, handelt es sich um eine Zusammenstellung von Songs, von denen sich Tommy Woolfolk alias PSC/Luckyiam erhofft, endlich den großen Durchbruch zu schaffen. In Kombination mit einer großflächig angelegten nationalen Werbekampagne der Firma L-R-G in den USA scheinen die Zeichen für Luckys Unterfangen ausgezeichnet zu sein.

Was steckt nun aber im Detail in „Most likely to succeed“? Zunächst einmal bekommt man ein Album mit 13 Songs und rund 50 Minuten Spielzeit. Da Luckys Flow und Reim-Skills unglaublich ausgeprägt sind, lassen sich wirklich alle Tracks von der ersten bis zur letzten Minute feiern. Der anspruchsvolle Lyricist unterhält auf einem extrem hohen Niveau. Luckyiams Rap zeichnet Bilder, erzählt Geschichten und fließt dahin wie ein rauschender Fluss – ohne jedoch auf die Nerven zu gehen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, das Album in einem Stück zu genießen. Anspieltipps sind: „Let’s go“, „Tear him down“, „Rap, Rap, Rap“ und „Another day“.

Beattechnisch befindet sich das Album ebenfalls auf einem hohen Level. Wem das letzte Living-Legends-Album „Classic“ gefallen hat, der wird sich bei „Most likely to succed“ musikalisch gut aufgehoben fühlen.

Ob Luckyiam mit „Most likely to succed“ der große Wurf gelingen wird, bleibt abzuwarten. Was er allerdings geschaffen hat, ist ein Album, das Underground Hip-Hop um ein großes Stück bereichert und wieder einmal beweist, dass gute Musik auch fernab großer Major Labels und deren Medienmaschinerie existiert. „Most likely to succed“ sei allen treuen Rapliebhabern im Land daher wärmstens empfohlen.

Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de

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