
Ohne Fronten – „Mosaik“
(Al Dente Recordz / Alive)
Die Ohne-Fronten-Crew besteht wie ein Mosaik aus verschiedenen Teilen. Neben den Solo-Künstlern Kontakt und Airy haben die Gruppen C-Komplex, Wortgewandt sowie die türkischsprachige Formation United Liberty ihre kreativen Energien gebündelt, um ihren verschiedenen Hintergründen, Stilen und Sprachen zum Trotz ein facettenreiches HipHop-Album zu produzieren. Herausgekommen ist dabei der 20 Tracks starke Longplayer „Mosaik“, dessen ausgewogener Posse-Titeltrack den Hörer gleich in seinen Bann zieht. Jeder MC beherrscht sein Handwerk, und so kann man sich entspannt zurücklehnen und der Musik folgen, die auf den Tonträger gepresst wurde. Neben tiefer gehenden Conscious-Rap-Themen, für die vor allem die Jungs von C-Complex verantwortlich sind, finden sich auch Battle-, True-School oder Representer-Tracks auf dem Silberling mit seiner Gesamtspielzeit von etwas mehr als 72 Minuten.
Es ist angenehm, dass jeder Teil der Ohne-Fronten-Crew seinen eigenen Style in das Albumpuzzle einbringen konnte, ohne dass das Endprodukt gezwungen wirkt. So kann auf „Mosaik“ wirklich jeder Hip-Hop-Fan ein Stück für sich finden, das auf die ein oder andere Weise ansprechend ist. Zwar kann man Ohne Fronten vorwerfen, sie seien nicht mehr zeitgemäß. Vor allem die türkischsprachigen Tracks erinnern mit ihren Flows und Inhalten stark an bereits in die Jahre gekommene Gruppen wie Islamic Force. Ich finde allerdings gerade das besonders reizvoll.
Wenn ich „Mosaik“ höre, dann ist das wie eine Zeitreise in die 90er Jahre. „Mosaik“ ist wie eine Mischung aus Ruhrpott-Rap á la RAG gepaart mit Oldschool-Einflüssen türkischstämmiger MCs, die heutzutage oftmals vergessen werden, wenn über HipHop in Deutschland und seine Anfänge gesprochen wird. Auch finde ich den Ansatz von Ohne Fronten, HipHop und seinen kommunikativen Aspekt wieder in den Fokus zu rücken, besonders interessant.
Während sich gerade arabische Massivs mit deutschen Flers in die Haare bekommen und sich darüber streiten, wer wohl der bessere Großstadtheld im Rap-Biz ist, setzen Ohne Fronten ein Zeichen für interkulturellen Austausch über Sprach-, Verhaltens- und Kulturgrenzen hinweg. Das Miteinander wird hier größer geschrieben als irgendwelche Ego-Trips der MTVIVA-Ghetto-Rapper. Schon alleine deshalb liegt mit „Mosaik“ ein wirkliches Stück HipHop vor mir. Jedem aufgeschlossenem Hörer sollte das Album daher die ein oder andere Minute wert sein.
Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de











[...] Review von Mosaik [...]
Auf jeden Fall ein interessantes Album und ein paar sehr sympathische Jungs – waren bei uns vor wenigen Wochen in der Sendung… sollte man auf jeden Fall mal ein Ohr leihen…
Das mit dem 90er Jahre Ruhrpott-Charakter – da kann man ruhig noch erwähnen, dass die Jungs passenderweise beim Label der Microphone Mafia (Al Dente REc.) unter Vertrag stehen!