Vor ziemlich genau einer Woche feierte der neue Weichspülsong “Zeit zu verstehen” vom selbsternannten Softie-Boss und nervigen Babylon-ist-böse-aber-ich-zieh-Euch-trotzdem-das-Geld-aus-der-Tasche Reggaesänger auf den gängigen Musiksendern Premiere.
Inhaltlich kann man Azad noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Statt “Kuck-Junge” Angeber Sprüchen verzichtet der seit “Ich hol dich da raus” extrem chartkompatible Rapper diesmal sogar auf die sonst so üblichen Anglezismen. Spätestens mit dem von Gentleman gesungenen Refrain wird allerdings klar, das “Zeit zu verstehen” Gefahr läuft ein garantierter Charterfolg zu werden. Wer mag das Azad verübeln? Die Leasing-Flotte seiner früheren Videos muss ja schließlich auch einmal bezahlt werden. Da sind die Kosten für einen neuen Modeberater und Visagisten doch nur Peanuts.
Was man “Zeit zu verstehn” allerdings zu Gute halten muss ist der extrem positive Vibe des Tracks. Zeilen wie “Eigentlich dreht sichs um Liebe” hat man im zumeist von Hass erfüllten, deutschen Rapgeschäft schon länger nicht mehr vernommen. Man kann sich daher schon jetzt sicher sein, dass die Ghettofraktion vermutlich Azad den Rücken kehrt und altbackene Curse Vergleiche schwingt, so wie neulich Kay One bei MTV TRL, als dem untalentierten Ersguterjunge Mitläufer die “weisst du” Argumente ausgingen.
So positiv der Inhalt des Tracks auch sein mag, so negativ wirken andere Aspekte, die “Zeit zu verstehen” ans Tageslicht fördert. Azad hat einen Imagewechsel vollzogen. Das mag zunächst nicht allzu schlimm erscheinen, wird aber spätestens beim nächsten Battle-Track zum Problem. Bitte wer hat Angst vorm Designer-Sonnenbrillen tragenden Softie mit gestriegelten Bärtchen? Keiner! Wenn er aber kommt? Dann laufen wir davon! Azad wird das sicherlich egal sein: neues Image = neue Fans, so die einfache Formel.
Weitaus negativer bewerte ich daher die Produktionsleistung des Tracks an sich. Bitte was denkt man sich dabei wieder einmal Isaac Hayes “Ike’s Mood” zu samplen? Sicher, man befindet sich damit in prominenter Gesellschaft: Biz Markie – “Make The Music With Your Mouth Biz” beispielsweise. Aber auch in deutschen Gefilden wurde “Ike’s Mood ” erst kürzlich neu aufgelegt. Und zwar von keinen Geringeren als Pure Doze und dem Langen. “Für Immer (Doze Remix)” findet sich auf “You Can’t Keep it Back” (2006) und hat für mich immer noch mehr Soul als die Nummer die uns Azad und der Gentleman da vorheucheln. Wer den Track vom Langen kennt, kann darüber hinaus gewisse Parallelen in beiden Tracks erkennen. Sowohl inhaltlich als auch im Bereich Songwriting. Nun will ich jetzt hier Azad kein Biten vorwerfen, allerdings sollte man schon wissen das Azads Song nur mit dem entsprechenden Label-Budget charttauglich gemacht wurde. Das Unwort Sampleclearance ist hier vermutlich doch ein entscheidender Faktor.
Was bleibt also von “Zeit zu verstehen”? Ein immer metrosexueller wirkender Azad auf der Jagd nach Chart-Hits, ein Gentleman wie er nerviger nicht mehr werden kann oder ein Beat der jegliche kreative Ader vermissen lässt? Das muss letzten Endes noch immer jeder für sich selbst entscheiden! Ich persönlich ziehe da den Stecker!











ich auch! Danke für die Wahrheit.
azad war nie so mein ding
zitat: ruhhhra nenn mich azad-massaker denn ich töhhte den biet
also naja…
Das muss doch WARheit heißen…