Little Brother - Get Back (Review)
12. Dezember 2007 von fsone

Little Brother - “Get back”
(ABB Records / Rough Trade)
Mit ihrem Debüt-Album “The Listening” (2003) wurden Little Brother über Nacht zum Geheimtipp vieler Rap-Liebhaber weltweit. Der frische Mix aus sample-basierenden Beats von 9th Wonder gepaart mit Native-Tongue inspirierten Raps der beiden MCs Phonte und Big Pooh wusste die Heads von der ersten Minute an zu begeistern. Die logische Konsequenz war es, das Nachfolger-Album “The Minstrel Show” (2005) über das Labelschwergewicht Atlantic zu veröffentlichen. Allerdings sorgte eben diese “Minstrel Show” für zahlreiche Kontroversen. Nachdem MTV und BET das Video zu “Lovin’ it” für zu intelligent befunden und abgelehnt hatten, musste schließlich sogar der Chefredakteur des Source Magazines, Fahiym Ratcliffe, auf Grund einer zu positiv ausgefallenen Plattenkritik seinen Hut nehmen. Die “Minstrel Show” entwickelte sich zum Ladenhüter - und Little Brother fiel in die Ungnade der mächtigen Musikindustrie. Dennoch erweiterte die Gruppe ihren Bekanntheitsgrad mit Hilfe von mehreren Mixtapes.
Mit der überfälligen Trennung von Atlantic Records Anfang 2007 ging allerdings auch ein anderer herber Verlust einher - 9th Wonder verließ Little Brother. Weltweit reagierten die Fans schockiert auf diese Meldung. Mutmaßungen über die Zukunft von Phonte und Big Pooh schossen wie Pilze aus dem Boden. Die meisten glaubten, dass der Weggang des Beat-Masterminds über kurz oder lang zum Debakel für Little Brother werden würde. Doch falsch gedacht: Little Brother sind zurück.
Mit “Get back” präsentiert das zum Duo geschrumpfte Gespann aus North Carolina seinen neuen Longplayer. Wie immer sind die Wortspiele und der Textinhalt auf einem sagenhaft hohen Niveau. Little Brother können sich zu Recht als Erben der Native-Tongue-Bewegung bezeichnen. Egal, ob auf dem gesellschaftskritischen “Sirens”, dem mit dem Musikbusiness abrechnenden “Can’t win for losing”, dem beziehungsumschreibenden “Breakin my heart”, oder dem anti-materialistischen “Good clothes” - Phonte und Big Pooh wissen in jeder Lage zu überzeugen und eindringliche Gedanken in Bildform zu vermitteln. Die Beats stehen dem in Nichts nach. Was die Herren Illmind, Khrysis, Denaun Porter, Rasheed Hadee, Zo!, Hi-Tek, Nottz und 9th Wonder den beiden MCs als musikalisches Grundgerüst mit auf den Weg gegeben haben, macht einfach nur Spaß und ist nebenbei bemerkt einer der Kaufgründe für dieses Album. “Get back” setzt nämlich neue Standards im Mixing-Bereich. Wer’s nicht glaubt, sollte das neue Little-Brother-Album einmal auf vernünftigen Monitor-Boxen genießen.
Einziger Wermutstropfen bleibt die Tatsache, dass “Get back” nur über insgesamt 13 Tracks verfügt. Immerhin hat Little Brother uns Europäern zwei Songs mehr beschert als den Amerikanern. Für mich ist “Get back” eines der besten HipHop-Alben des Jahres. Es vereint Musikalität mit Inhalt und Aussage auf eine Art und Weise, wie sie heute im popgeschwängerten Rapgeschäft nur selten zu finden ist. Darum spreche ich hier ausnahmsweise eine dringende Kaufempfehlung aus!
Weitere Informationen unter: www.myspace.com/littlebrother, www.hallofjustus.com
Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de











“Get Back” ist auf jeden Fall ein tolles Album - und wie das auch hier erwähnt wird, vor allem die Texte und Wortspiele sind wirklich Klasse.
Nur eine Sache finde ich weniger schlimm - das “nur” 13 Stücke drauf sind… so wie es ist, ist es OK und man weiß ja von LB, dass immer wieder mal Mixtapes, oder Exclusives Ihren Weg in die Öffentlichkeit finden
Die Kaufempfehlung kann ich insofern nur unterstreichen - die beiden haben auch kommerziellen Erfolg allemale verdient!
Irgendwas muss man ja kritisieren

Zugegeben ich bin eigentlich auch ein Anhänger der 10-tracks-make-a-classic-record Philosophie! (Bsp: Nas - Illmatic, usw…