RZA as Bobby Digital – „Digi Snacks“
(Bodogmusic / Soulfood Music)
Sieben Jahre ist es her, dass RZAs Alter Ego Bobby seine „Digital Bullet“ abfeuern durfte. In der Zwischenzeit stellte RZA sein Können als Produzent diverser Film-Soundtracks unter Beweis. Doch der Höhenflug des „Mad Scientist“ geriet in erste Turbulenzen, als ihm Wu-Tang-Kollegen HipHop-Hippietum in Form von Backpacken vorwarfen. Nun liegt es an Bobby Digital, für RZA die Kohlen mit „Digi Snacks“ aus dem Feuer zu holen.
Tatsächlich hat man zunächst den Eindruck, dass Robert Diggs ein überwältigendes Album abgeliefert hat. Dem stimmigen Intro folgen erste Perlen wie „Long time coming“ und „You can’t stop me now“ – wobei letztere wegen seines unnötigen, zwei Minuten langen Vorabskits und des angestaubten Samples von The Whatnauts „Message from a black man“ Abzüge in der B-Note erhält. Aber was dann bei „Straight out the block“ aus den Boxen dröhnt, torpediert jeden insgeheim gehegten Vergleich mit alten Wu-Alben. David Banner, seines Zeichens Überproduzent aus den Staaten, musste wohl unbedingt auf RZAs Werk verewigt werden. Doch seine Mittäterschaft führt zur ersten Zerreißprobe des kleinen, aber feinen roten Albumfadens.
Dieser wird zumindest musikalisch mit „Bobby Trap“ wieder aufgenommen, allerdings durch Dexter Wiggles’ dilettantische Hook – „Stop, it’s a booby trap. Wouldn’t you rather have a Digi or a Scooby Snack? Digi Snack, yeah, while we living in a booby trap“ – erneut abgeschnitten. Erste Nervenstränge reagieren gereizt. „Try Ya Ya“ kann die Stimmung glücklicherweise wieder etwas anheben, obwohl Bobbys Flow wirklich alles andere als gelungen ist. Auch hier wirkt die Hook seltsam einschläfernd und deplaziert. Das folgende „Don’t be afraid“ glättet die Wogen kurzfristig – wenn man über kein Langzeitgedächtnis verfügt.
Dafür definiert „Good night“ neu, was Nervensägen-Gesang ist. Da können selbst die beiden Gastrapper The Reverend William Burk und Crisis nicht mehr darüber hinwegtäuschen. „No regrets“ verschlimmert mit unkonventionellem RZA-Nerv-Rap die Situation zusehends. „Money don’t own me“ wirkt da fast wie Balsam für die geschundene Seele. Bei „Creep“ haben dann wohl Kinderreime Pate für den extrem den Gehörgang belastenden Refrain gestanden. Raptechnisch gut – doch dank des wiederkehrenden Nerv-Faktors stehen einem wirklich die Haare zu Berge. Dass es auch anders gehen kann, zeigt „Drama“ – der obligatorische Damengesang pegelt sich kurz vor der Schmerzgrenze gerade noch so ein. Das fast schon geniale „Up again“ haucht dann wegen „Put you guns down“ gleich wieder seinen Atem aus. Und das liegt – wie nicht anders zu erwarten – an der schief gesungenen, äußerst bedrückenden Hook, die RZA sogar bewusst gewählt haben mag, die allerdings überhaupt nicht klar geht. Weiter geht es mit „Love is Digi“, das durch Eintönigkeit begeistert, hin zu „O day“, das bis zu Minute 2:22 grundsolide daher kommt, dann allerdings in ferne, unbekannte und hoffentlich nie wiederkehrende Sphären abdriftet.
Der Pressetext sagt: „This is definitely a weed smokers album“ – ich frage mich derweil, welche Substanzen Herr Diggs noch so konsumiert, wenn er an einem Album arbeitet. Dass das letzten Endes noch ein „Glorious day“ werden kann, glaubt auch nur RZA selbst, denn „Insomnia“ kann zwar gefallen, begeistert zum Abschluss dann aber nicht mehr wirklich. „Digi Snacks“ ist ein sehr durchwachsenes Album. Zu oft stören nervtötende Hooks. Ganze Tracks werden so zu Totalausfällen und machen die Foreward-Taste zum besten Freund. Dabei sind einige Snacks durchaus gelungen. Doch leider genügen diese wenigen Geschmacksverstärker nicht, um das Gesamt-Menü zu retten. Daher nur für RZA Fans zu empfehlen.
RZA @ MySpace: www.myspace.com/rza












Sorry, aber wer diese musik nicht lebt und RZA beats nicht versteht sollte kritik besser stecken lassen, du muss dem gerappten text auch zuhören das gilt genau so für das gesungene…dann passts auch mit der zeit und reift und wird nach jedem mal hören besser und besser, ich glaub du bist nen ohrwur fetischist! hätte RZA auch nur 1sekunde an diesem album anderster gemacht würde es an atmosphäre und qualität verlieren somit nen knick im gesamtbild erzeugen…dieses album ist wie ein komplexes feines chemische spängstoff mischung! und RZA hats diesmal wieder ehrenhaft optimiert… DA MASTER OF DA QUALITY RZA!
G…Vato!
erstens: es ist schon ziemlich anmaßend hier zu behaupten das ich weder die musik leben noch rza beats verstehen würde.
zweitens: nein ich bin kein ohrwurm fetischist, aber das was rza da zusammengeschustert hat ist schlicht und ergreifend einfach kein gutes album.
drittens: über musikgeschmack lässt sich bekanntlich gut streiten. mir gefällt das rza album in seiner gesamtheit einfach nicht. als vergleich empfehle ich das neue gza album – das ist einfach viel runder und macht ordentlich was her.
und wer behauptet der rza sei „da master of da quality“ dem kann ich leider nicht zustimmen da sich der rza weder textlich, noch raptechnisch auf hohem niveau bewegt. die nervigen hooks verleiten zudem track-skippen – fazit: siehe oben.